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Vorarlberg bringt die Photonik in die Schulklassen
21.01.2013
Von den fünf industriellen Schlüsseltechnologien (Key Enabling Technologies), welche von der EU-Kommission definiert worden sind, ist die Photonik eine der wichtigsten. Aus diesem Grund setzt das Land Vorarlberg auf Photonik im Schulunterricht und gehört damit europaweit zu den Vorreitern. Ab dem Sommersemester 2013 werden Vorarlberger Schülerinnen und Schüler ab der fünften Schulstufe mithilfe des Photonics Explorers an die Technologie herangeführt.

Dornbirn / Österreich – Eingesetzt wird die Photonik in praktisch allen Bereichen des Lebens: LEDs und OLEDs in der Beleuchtung; Displays in Fernsehern, Computern und Handys; CDs, DVDs und Blu-rays in der Unterhaltungsindustrie; optische Analyseverfahren in der Diagnostik und Medizin; Solarzellen für die Energiegewinnung – und nicht zuletzt in der optischen Datenübertragung, ohne die das Internet in der heutigen Form mit Diensten wie Facebook oder Twitter gar nicht möglich wäre. Als Zukunftstechnologie birgt die Photonik nicht nur enormes Beschäftigungspotenzial. Es wird auch davon ausgegangen, dass die Photonik im Jahr 2015 ein Marktpotenzial von rund 360 Milliarden Euro weltweit haben wird.

„Photonics-Koffer“
Der mit Unterrichtsunterlagen und -materialien bestückte Schulkoffer wurde auf europäischer Ebene entwickelt und wird von der belgischen gemeinnützigen Firma EYEST (Excite Youth for Engineering Science and Technology) in verschiedenen Sprachen zur Verfügung gestellt. Auf Anregung der Zumtobel Gruppe wird der Photonics Explorer nun als Pilotprojekt an Vorarlberger Schulen eingeführt. Ziel ist es, Schüler der Ober- und Unterstufen in den Altersstufen 10 bis 12 und 16 bis 18 im Physikunterricht durch Experimente für die Photonik zu begeistern. Dazu werden die Schulen mit speziellen Unterrichtsmaterialien, dem „Photonics-Koffer“ ausgestattet. Ab Februar 2013 wird der Photonics Explorer flächendeckend an Vorarlbergs Schulen getestet werden. 110 Photonics Explorer Kits werden dafür nach Vorarlberg geliefert und an Neue Mittelschule (55), AHS Langform (10), AHS Oberstufen (6), berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS, 34) und Polytechnische Schulen (11) verteilt. 

Jugend für Technik und Naturwissenschaft begeistern
Das Land Vorarlberg braucht in Zukunft verstärkt Fachkräfte und Absolventinnen und Absolventen technischer und naturwissenschaftlicher Richtungen. Deshalb gilt es vor allem das Interesse und die Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik bei Vorarlbergs SchülerInnen zu fördern“, hebt Landesrätin Andrea Kaufmann hervor. „Photonische Technologien garantieren eine führende Rolle auf den Gebieten Informationstechnologie und Kommunikation, Sicherheit, Materialwissenschaften, Lebenswissenschaften und Gesundheit und werden national und international als wichtiger Motor für Innovationen angesehen“, so Kaufmann weiter. Damit setze das Land Vorarlberg auf eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts.

Heimische Wirtschaft baut auf die Photonik
An der Einführung des Photonics Explorers in Vorarlberg war Klaus Vamberszky, Executive Vice President Technology der Zumtobel Gruppe, mit beteiligt. Er hat das Projekt bei einem EU-Termin in Brüssel entdeckt und an die Landesregierung herangetragen. „Als Unternehmen in der Lichtbranche sind wir auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen. Obwohl die Photonik unser tägliches Leben so stark beeinflusst, ist es schwierig, Fachkräfte in diesem Bereich zu finden. Die Schüler an die Photonik heranzuführen und ihren Forscherdrang zu wecken, ist daher sehr wichtig für unsere Zukunft. Mit dem Photonics Explorer geht das Land Vorarlberg einen entscheidenden Schritt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, betont Klaus Vamberszky.

Definition Photonik 
Photonik ist die technische Beherrschung von Licht in jeder Form. Im Blickpunkt der Photonik stehen Erzeugung, Kontrolle, Messung und vor allem die Nutzung von Licht in nahezu allen gesellschaftlich und ökonomisch wichtigen Gebieten. Der Begriff „Photonik“ reflektiert dabei den Bezug zum Photon (Lichtteilchen), sowie zum Begriff Elektronik (Elektron).
Die Schlüsseltechnologie Photonik macht die Eigenschaften des Lichts nutzbar. Ausgehend von einer gemeinsamen technologischen Basis verbindet sie so unterschiedliche Bereiche wie Produktionstechnik, Energie- und Beleuchtungstechnik, Medizintechnik, Umwelttechnik, Informations- und Kommunikationstechnik. Die Beherrschung und Nutzung des Photons ist zu einem der wichtigsten Innovationstreiber für die moderne Gesellschaft und Wirtschaft geworden. Photonik stellt heute einen global umworbenen, hoch dynamischen Weltmarkt dar.

Schlüsseltechnologie (Key Enabling Technology) 
Ein erheblicher Teil der Güter und Dienstleistungen der Zukunft, ist heute noch weitgehend unbekannt. Sicher ist jedoch, dass die treibende Kraft für ihre Entwicklung der Einsatz von Schlüsseltechnologien, wie Nanotechnologie, Mikro- und Nanoelektronik einschließlich Halbleiter, Biotechnologie und Photonik sowie fortschrittliche Werkstoffe, sein wird. Schlüsseltechnologien nehmen eine Vorreiterrolle bei der Umstellung auf ein wissensgestütztes Wirtschaftssystem mit geringen CO2-Emissionen ein.
Schlüsseltechnologien ermöglichen die Entwicklung neuer Waren und Dienstleistungen und die Umstrukturierung industrieller Prozesse. Dies ist Voraussetzung für die Modernisierung der EU-Industrie und für die Erhaltung der Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsbasis in Europa.
Quelle: Europäische Kommission

Pressekontakt Zumtobel Gruppe
Astrid Kühn-Ulrich
Head of Corporate Communications
Tel. +43-(0)5572 509-1570
astrid.kuehn@zumtobel.com

Pressekontakt Vorarlberger Landesregierung
Amt der Vorarlberger Landesregierung 
Landespressestelle
Tel: +43(0)5574/511-20135 
presse@vorarlberg.at




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Der Photonics-Koffer

Der Photonics-Koffer

Experimente mit dem Photonics-Koffer

Experimente mit dem Photonics-Koffer

Von li: Mag. Dr. Wolfgang Winder (Koordinator Regionales Netzwerk Naturwissenschaften Vlbg.), Klaus Vamberszky (EVP Technology Zumtobel Gruppe), Andrea Kaufmann (Wissenschaftsreferentin der Vlbg. Landesregierung)

Von li: Mag. Dr. Wolfgang Winder (Koordinator Regionales Netzwerk Naturwissenschaften Vlbg.), Klaus Vamberszky (EVP Technology Zumtobel Gruppe), Andrea Kaufmann (Wissenschaftsreferentin der Vlbg. Landesregierung)

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