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Forschung & Entwicklung

Die Zumtobel Gruppe wächst durch Innovation. Durch die konsequente Anwendung neuer Technologien, die Neuentwicklung von Produkten sowie die kontinuierliche Optimierung von Prozessen erzielt die Zumtobel Gruppe eine herausragende Position im Markt und Wettbewerb. Forschung und Entwicklung (FuE) ist daher ein entscheidender Bestandteil der Konzernstrategie der Zumtobel Gruppe und ist im Unternehmen auf höchster Ebene verankert. Das Thema untersteht der Funktion des Executive Vice Presidents (EVP) Group Technology.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) umfassen neben den aufwandswirksamen Ausgaben auch aktivierte Entwicklungskosten. Entsprechend dem Ziel, die hervorragende Technologieposition der Zumtobel Gruppe auch in Krisenzeiten gezielt auszubauen, wurden die gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Berichtsjahr um 9,5% auf 52,1 Mio EUR erhöht. Die Themen Energieeffizienz und LED sind weiterhin die wesentlichen Schwerpunkte für die FuE-Aktivitäten in der Zumtobel Gruppe. Der hohe Stellenwert des Bereichs FuE und der damit verbundenen Innovationskultur zeigt sich auch deutlich im von 4,1% auf 4,7% gestiegenen Anteil der FuE-Ausgaben am Gesamtumsatz.

 Wettbewerbsvorteile durch Nachhaltigkeit in Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung in der Zumtobel Gruppe integriert Nachhaltigkeit in den Innovationsprozess. Im Mittelpunkt stehen innovative, zukunftsweisende Produkte, mit denen sich die Marken in ihrem jeweiligen Markt differenzieren können. Dieses Ziel wurde entsprechend in der Nachhaltigkeitsstrategie formuliert. Durch die markenspezifische Produktklassifizierung ist die Grundlage für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten im Innovationsprozess geschaffen.

Stets streben die Marken in der Produktentwicklung danach, Normen und Standards zu übertreffen. Bereits 1959 wurde das erste Lichtlabor von Zumtobel eröffnet, um eigenständig und zügig entworfene Leuchten auf ihre lichttechnischen Eigenschaften zu prüfen. Heute sind an fast jedem Standort Lichtlabore installiert. Sie werden sowohl von Zumtobel als auch von Thorn genutzt.

Der Einsatz der Managementmethodik Lean Six Sigma fordert eine kontinuierliche Verbesserung der Abläufe im Unternehmen. Entsprechend sind Forschung und Entwicklung in der Zumtobel Gruppe auch prozessorientiert ausgerichtet. Zudem wenden die Marken Thorn und Zumtobel das „Design for Six Sigma“-Instrument „Voice of the customer“ (VOC) an. So leiten die beiden Marken aus Workshops mit potentiellen Kunden und Anwendern zur Produktentwicklung erfolgskritische, messbare Qualitätsmerkmale (Critical to Quality = CTQ) ab. Darauf basierend entwickeln und industrialisieren Thorn und Zumtobel innovative Produkte.

 LED und Energieeffizienz wesentliche Forschungsaktivitäten im Geschäftsjahr 2009/10

Aufgrund der anhaltenden Effizienzsteigerung der LEDs – die LED hat inzwischen die Kompaktleuchtstofflampe an energetischer Effizienz überholt – haben alle Marken der Zumtobel Gruppe den Schwerpunkt der Produktentwicklung auf LED-Lösungen verlagert. Im Mittelpunkt der FuE-Aktivitäten liegt nach wie vor die Erzeugung von weißem Licht mit hoher Qualität für die professionelle Allgemeinbeleuchtung, nunmehr ergänzt um leistungsfähige LED Light Engines für so genannte LED-Retrofit-Lampen (dies sind effiziente LED-Leuchtmittel mit klassischer Sockelung zum Ersatz von herkömmlichen- und Halogenglühlampen).

Zumtobel

Zu den Entwicklungsschwerpunkten der Marke Zumtobel zählen im Berichtsjahr die neue Downlightserie PANOS Infinity, die alle Vorteile der LED-Technologie vereint und effizienter ist als die herkömmlichen Lösungen mit Kompaktleuchtstofflampen sowie der Strahler DISCUS, der erstmals eine Form und Göße einnimmt, die mit herkömmlicher Technologie nicht möglich wäre. Weiter Zumtobel Neuheiten sind die Einbauleuchtenfamilie MILDES LICHT V, LED-Varianten für die Strahlerfamilien ACROS und VIVO, sowie die beiden Leuchtenserien VALUEA und ELEEA, die auf Basis von T5-Lampen neue Maßstäbe hinsichtlich Ergonomie und Effizienz setzen.

Thorn

Die Marke Thorn brachte im Berichtsjahr eine neue Version ihres Klassikers, der Lichtleiste POP-PACK, mit einer neuen, unerreicht schnellen Montagetechnik auf den Markt. Weiterer Fokus im Bereich Innenbeleuchtung lag auf den neuen Flächenleuchten MENLO³, inklusive einer Variante mit LED-Bestückung, der Systemleuchte EQULINE sowie neuen LED-Varianten der bewährten Produktreihen QUATTRO, PLANOR und CRUZ. Im Bereich Außenleuchten wurde mit der STYLED die erste LED-Straßenleuchte geschaffen, die alle Normanforderungen erfüllt und aufgrund der ausgefeilten Lichttechnik auch für breitere Straßen geeignet ist. Das Produkt ATLA hingegen ist für effizientes, weißes Licht hoher Qualität in kleineren Straßen und Nebenstraßen gedacht. Die bewährte Range ORACLE wurde um eine kleinere Bauform für moderne Hochdrucklampen ergänzt, das Produkt DYANA um eine Variante mit leistungsfähigem LED-Modul.

Im Geschäftsjahr 2009/10 wurden von Thorn und Zumtobel 73 neue Patente (VJ: 55) angemeldet.

Tridonic

Die FuE-Aktivitäten der Tridonic sind durch den Anspruch, energieeffiziente und umweltschonende Lichttechnik zu entwickeln, geprägt. Mit der eigenen Prozessortechnologie „xitec“ kann Tridonic nun zukunftsweisende, intelligente Betriebsgeräte mit hoher Funktionalität und Energieeffizienz entwickeln. Auf dieser Basis wurde das gesamte Portfolio von elektronischen Betriebsgeräten für Leuchtstofflampen, Hochdruckentladungslampen und Notlichtversorgungseinheiten aufgebaut. Durch optimiertes Thermomanagement konnten auch bei nicht dimmbaren Vorschaltgeräten Energieverluste reduziert werden.
Die TALEXX LED-Produkte von Tridonic gewährleisten beste Qualität hinsichtlich Leuchtkraft, Homogenität und beständige Farbwiedergabe. Das breite und tiefe Sortiment der LED-Betriebsgeräte TALEXXconverter im Innen- und Außenraum wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr durch eine komplett neue Familie erweitert.
Insgesamt meldete Tridonic im letzten Geschäftsjahr 83 neue Patente (VJ: 60) an.

 Enge Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungseinrichtungen

Neben der eigenständigen FuE-Aktivität nutzt die Zumtobel Gruppe die enge Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungsinstitutionen, um nachhaltige Innovationsprozesse zu fördern.

Die Zumtobel Gruppe hat 2003 das Kompetenzzentrums Licht (K-Licht) in Innsbruck, Österreich, mitgegründet und fungiert seither als aktives Mitglied. Die derzeit 31 Projekte ergänzen sich thematisch, bauen inhaltlich bzw. zeitlich aufeinander auf und reichen von industrieller Grundlagenforschung bis zu Demonstrationsprojekten. Die Ergebnisse der Forschung werden angewendet in Tunnelanlagen, in Stadträumen, in der Gebäudetechnik, in der Nutzung des Tageslichtes sowie in der Nutzung der LEDs für die Allgemeinbeleuchtung.

Weitere Forschungsschwerpunkte sind LED und Wirkung von Licht auf den Menschen. Zum Beispiel führte die Marke Zumtobel 2007 bis 2009 in Zusammenarbeit mit K-Licht und weiteren Partnern eine Studie in einem Pflegeheim für Demenzkranke durch. Innerhalb von 15 Monaten wurden verschiedene dynamische Lichtszenarien während des Tages untersucht. Ergebnis war, dass Licht in hohen Mengen den circadianen Rhythmus von älteren Menschen verbessern kann. Dies betrifft insbesondere pflegebedürftige Personen, die keinen regelmäßigen Zugang zu natürlichem Tageslicht haben.

Neben ihren intern laufenden Aktivitäten im Bereich LED investiert die Zumtobel Gruppe in die Zukunftstechnologie OLED. Zu diesem Zweck hat der Lichtkonzern im Herbst 2009 gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft und Mitarbeitern des Fraunhofer Instituts für Photonische Mikrosysteme (IPMS) in Dresden das Joint Venture-Unternehmen „Ledon OLED Lighting GmbH & Co. KG“ gegründet.

Außerdem beteiligt sich die Gruppe an dem 3,3m £-Projekt "Thin Organic Polymeric Light Emitting Semi-conducting Surfaces” (TOPLESS), ein Kooperationsprojekt von der Thorn Lighting UK, Sumation UK und der Durham Universität. Im Geschäftsjahr 2008/09 konnten die ersten Prototypen der Beleuchtung der nächsten Generation vorgestellt werden. Diese kleinen Prototypen wurden am neuen Printable Electronics Technology Centre (PETeC) in Sedgefield, UK, getestet. Marktreife werden die Produkte in ca. 9 Jahren erlangen können.

In dem von der EU geförderten Projekt „SmartCoDe“ wird ein IT-gesteuertes Energiemanagement entwickelt, das vor allem in kleineren Gebäuden und Nachbarschaften den Energieverbrauch senken soll. Dort sollen CO2-neutrale lokale Stromnetze aufgebaut werden. Das Projekt begann im Januar 2010 im Rahmen des Programms „ICT-2009“ im Bereich „ICT support to energy-positive buildings and neighbourhoods“ und ist auf drei Jahre angelegt. Tridonic beteiligt sich durch seine Expertise im Bereich Beleuchtungs- und Gebäudeautomatisierung.

 Aktive Mitwirkung an Standards und Normen

Das Unternehmen setzt sein Wissen von Licht in der Anwendung für die Entwicklung und Überprüfung von Standards und Normen ein. So hat sie u.a. gemeinsam mit der TU Ilmenau, Fachgebiet Lichttechnik, seit 2005 den „Ergonomic Lighting Indicator“ (ELI) entwickelt.

In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) wurde im Zeitraum von 2004 bis 2008 der Vergleich zwischen gemessenem und nach DIN V 18599 berechnetem Energieverbrauch durchgeführt. Sie dient der Berechnung des Energiebedarfs, u.a. für die Beleuchtung im Rahmen der Gebäudeenergieeffizienz-Richtlinie.

Außerdem engagiert sich die Zumtobel Gruppe in der „Zhaga“-Initiative zur Schaffung von Standards für die Schnittstellen von LED-Modulen. Ziel ist, physisches, photometrisches, elektrisches und thermisches Verhalten von LED-Modulen zu definieren und damit industrieweite Standards zu schaffen, um der LED einem großflächigen Durchbruch zu verhelfen. Die konstituierende Sitzung erfolgte im März 2010. Die Zumtobel Gruppe ist neben sieben anderen Unternehmen der Beleuchtungsindustrie Gründungmitglied.