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Bericht zum 3. Quartal: Lichtkonzern stellt sich auf Wirtschaftskrise ein
12.03.2009
  • Umsatz geht im dritten Quartal um 13,6% zurück, Neunmonatsumsatz minus 6,8%
  • Währungseffekte belasten Ergebnis zusätzlich:
    EBIT-Marge nach neun Monaten bei 6,9% (VJ: 10,1%)
  • Schnelle Anpassung der Kostenstruktur und weiterer Personalabbau
  • Fokus auf Liquiditätsmanagement

Dornbirn/Österreich – Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (November bis Januar) ist der österreichische Lichtkonzern Zumtobel Group in vollem Umfang von den Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise erfasst worden. So sank der Quartalsumsatz um 13,6% auf 259,3 Mio EUR (Vorjahr: 300,0 Mio EUR). Der Umsatz nach neun Monaten (Mai bis Januar) erreichte 900,5 Mio EUR, dies entspricht einem Rückgang von 6,8% (VJ: 966,1 Mio EUR). Mehr als die Hälfte des Umsatzrückgangs (35,4 Mio EUR) geht auf negative Währungseffekte, v.a. auf das schwache Britische Pfund, zurück. Bereinigt um diese Währungseffekte lag der Umsatz nach neun Monaten 3,1% unter dem Vorjahreswert.

Ergebnisentwicklung
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte nach neun Monaten 62,6 Mio EUR, dies entspricht einem Rückgang von 35,7% zum Vorjahreszeitraum, als die Zumtobel Gruppe ein Rekordergebnis von 97,2 Mio EUR erreichen konnte. Rund 9 Mio EUR des Ergebnisrückgangs sind auf negative Währungseffekte zurückzuführen. Die EBIT-Marge nahm entsprechend von 10,1% auf 6,9% ab. Bedingt durch den starken Umsatzrückgang im dritten Quartal war das bereinigte EBIT im Zeitraum November bis Januar mit 2,5 Mio EUR stark rückläufig.

"Im dritten Quartal hat die internationale Wirtschaftskrise nun auch unser Geschäft voll erreicht. Wie erwartet hat sich unser Umsatz abgeschwächt. Verglichen mit früheren Konjunktureinbrüchen stellt aber die Geschwindigkeit, die globale Ausbreitung und die Intensität dieses Einbruchs in unserem Geschäft eine neue Dimension dar. Wir haben uns auf diese Krise frühzeitig eingestellt und bereits im letzten Quartal mit der Umsetzung eines Effizienzsteigerungsprogramms begonnen, mit dem wir vor allem unsere Strukturkosten um ca. 50 Mio EUR verringern wollen. Angesichts des unerwartet starken Umsatzeinbruchs werden wir nun aber zusätzlich zu den bereits initiierten Maßnahmen unsere Kapazitäten und Strukturkosten stärker und schneller als bisher geplant an die Marktsituation anpassen", erläutert Andreas Ludwig, CEO der Zumtobel Gruppe.

Entwicklung der Mitarbeiterzahlen – Maßnahmen zur Personalanpassung
Im Berichtsquartal ging der weltweite Mitarbeiterstand der Zumtobel Gruppe von 7.921 auf 7.575 zurück (Vollzeitkräfte inkl. Leiharbeiter ohne Lehrlinge). Dieser Abbau beruht im Wesentlichen auf natürlicher Fluktuation, Vorziehen von Pensionierungen, individuellen Vereinbarungen sowie einem Abbau von rund 70 Leiharbeitern. Parallel dazu wurden in den letzten Monaten Maßnahmen wie flexible Arbeitszeitvereinbarungen, Abbau von Urlaub und Überstunden etc. eingeleitet. Angesichts des deutlichen Umsatzeinbruchs ist aber davon auszugehen, dass diese Maßnahmen – je nach Auslastung der einzelnen Standorte – nicht ausreichen werden: "Wir haben inzwischen in allen Werken deutliche Volumenseinbrüche. Je nach Standort und gesetzlichen sowie tariflichen Möglichkeiten ist es unser Ziel, gemeinsam mit unseren Betriebsräten, zu flexiblen und kreativen Lösungen zu kommen, um möglichst viele Mitarbeiter an Bord zu halten. Das schließt Maßnahmen wie z.B. Bildungskarenz bzw. staatlich geförderte Qualifizierungsmaßnahmen, Kurzarbeit, Aussetzverträge oder temporäre Arbeitszeitverkürzung ein. Darüber hinaus werden wir aber an den meisten Standorten auch Personal freisetzen müssen", so Andreas Ludwig.

Entwicklung nach Segmenten und Regionen
Betrachtet nach Segmenten waren sowohl das Segment Leuchten (Zumtobel / Thorn) als auch das Segment Komponenten (TridonicAtco) von den negativen Auswirkung der Wirtschaftkrise betroffen. Im Leuchtenbereich kommt es im vermehrten Umfang zu Verschiebungen und Stornierungen von Projekten. Im Komponentengeschäft reagieren die Kunden mit kleineren Bestellmengen und einem Abbau ihres Lagerbestands. Über neun Monate erreichte das Leuchtensegment einen Umsatz von 664,8 Mio EUR, dies entspricht einem Rückgang um 7,2% (VJ: 716,5 Mio EUR). Vor allem wegen des hohen Geschäftsanteils in Großbritannien ist das Leuchtengeschäft überproportional von den Währungseffekten beeinträchtigt. Währungsbereinigt lag der Umsatzrückgang bei 3,6%. Der Umsatz im Komponentengeschäft sank im gleichen Zeitraum um 5,6% auf 284,3 Mio EUR (VJ: 301,2 Mio EUR), währungsbereinigt lag der Rückgang bei 2,4%.

Betrachtet nach Regionen befinden sich mittlerweise alle relevanten Märkte der Zumtobel Gruppe in der Rezession. Mit Ausnahme von Asien (+4,3% nach neun Monaten) kam es in allen Märkten zu Umsatzrückgängen. Am stärksten betroffen waren die Regionen Südeuropa (-15,5%), Westeuropa (-11,4%), Australien & Neuseeland (-12,8%) sowie Amerika (-11,1%).

Sondereffekte im Ergebnis
Die Ergebnisentwicklung war im Berichtszeitraum von Sondereffekten geprägt. Durch die Veräußerung des alten Werksstandorts in Spennymoor / England wurde beim EBIT ein Einmalertrag von 17,5 Mio EUR erzielt. Diesem standen Restrukturierungskosten von 10,7 Mio EUR sowie Firmenwertabschreibungen von 6,3 Mio EUR gegenüber. Bereinigt um diese Sondereffekte erreichte das EBIT nach neun Monaten 62,6 Mio EUR. Das Ergebnis vor Steuern sank in den ersten drei Quartalen um 42,2% auf 44,8 Mio EUR. Das Periodenergebnis reduzierte sich um 44,5% auf 38,1 Mio EUR. Für die Aktionäre der Zumtobel AG ergibt sich so ein Ergebnis je Aktie von 0,88 EUR (VJ: 1,54 EUR).

Weiterhin sehr solide Finanzstruktur
Nach neun Monaten verfügt die Zumtobel Gruppe weiterhin über eine sehr solide Finanzstruktur. Die positive Entwicklung des Working Capital hat sich im dritten Quartal fortgesetzt. Bezogen auf den Anteil am rollierenden Zwölfmonatsumsatz verringerte sich das Working Capital zum sechsten Mal in Folge gegenüber dem Vorjahresquartal auf nun 19,2% (Vorjahr 20,6%). Mit 55,1 Mio EUR wurde ein positiver Cash Flow aus dem operativen Geschäft erreicht, auch wenn dieser im Vergleich zum Vorjahr (91,9 Mio EUR) geringer ausfiel. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich zum 31.01.2009 auf 44,7% (VJ. 42,8%). Angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds richtet das Management verstärkt den Fokus auf die Sicherstellung der Liquidität in der Zumtobel Gruppe.

Ausblick
Im Kalenderjahr 2009 rechnet die Zumtobel Gruppe mit sehr schwierigen Rahmenbedingungen. Aus dem im letzten Quartal initiierten Programm zum Abbau von Strukturkosten werden rund 25 Mio EUR im Geschäftsjahr 2009/10 wirksam werden. Die Umsetzung dieses Ziels verläuft nach Plan und wird konsequent auf allen Ebenen und an allen Standorten des Konzerns vorangetrieben. Angesichts des unerwartet starken Umsatzrückgangs sind zusätzliche Maßnahmen zur Anpassung der Kostenstruktur an den Volumenrückgang in Umsetzung. Ziel ist es, die Gesamtkostenstruktur der Zumtobel Gruppe möglichst schnell auf die herausfordernden Markt- und Absatzgegebenheiten auszurichten sowie den Free Cash Flow auch unter schwierigen Randbedingungen auf noch positivem Niveau zu halten.




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